Schulbegleitung fehlt – Verantwortung bleibt: „Sind die irre?“

Das fragten sich Eltern und Kolleg:innen im vergangenen Juni.
Beantragt waren 1500 Stunden, genehmigt wurden 572 Stunden Schulbegleitung, diese und ähnliche Nachrichten erreichten die Familien und Schulen als letzter Gruß der Behörde, bevor es in die Ferien ging.

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Ganztagsschulen und Beschäftigte vor radikalen Verschlechterungen!

Die Hamburger Schulbehörde plant ab dem Schuljahr 2027/28 eine Neuregelung der Ganztagszuweisungen. Die Höhe der Gesamtzuweisung pro Schule bleibt zwar unverändert, jedoch verschiebt sich die personelle Ausstattung deutlich von Lehrer:innen hin zu kostengünstigeren Erzieher:innen. Künftig sollen 77 % der Ganztagszuweisungen über Erzieher:innenstellen und 23 % über Honorarmittel erfolgen. Dadurch ergibt sich ein pädagogischer Rückschritt in eine Zeit von vor über 20 Jahren. Das ganztägige Lernen und die Abwechslung unterschiedlicher Phasen wird wieder abgeschafft. Diese Umstellung betrifft zunächst die Vorschulklassen sowie die Jahrgänge 1 und 2, ein Jahr später folgen die Jahrgänge 3 und 4.

Parallel dazu werden gezielte Sparmaßnahmen angekündigt, die insbesondere die rund 75 gebundenen und teilgebundenen Ganztagsgrundschulen (GTS) betreffen. Während ganztägige Bildung und Betreuung an Schulen mit externem Träger (GBS) und weiterführende Schulen von den Kürzungen verschont bleiben, müssen die GTS massive Einschnitte hinnehmen. Die Angleichung der GTS an die GBS erfolgt vor allem durch den Abbau von Lehrkraftzuweisungen und die Zuweisung von Erzieher:innenstellen.

Das Erfolgsmodell der Ganztagsgrundschulen wird abgeschafft, für das im kommenden Schuljahr Rekordanmeldungen zu verzeichnen sind. Hier jetzt den Rotstift anzusetzen ist kontraproduktiv!

Kritikpunkte und Befürchtungen

Verbände und Gewerkschaften warnen eindringlich vor gravierenden Folgen der geplanten Maßnahmen. Insbesondere die über Jahre gewachsenen pädagogischen Konzepte und die bewährte Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams sind gefährdet. Die gebundenen und teilgebundenen Ganztagsgrundschulen (GTS) verlieren durch die Umstrukturierung einen erheblichen Teil ihrer Eigenverantwortung und schulischen Prägung. Kindgerechtes Lernen über den Tag gehört damit der Vergangenheit an. Die geplante Fokussierung der Erzieher:innenressourcen auf den Nachmittag schränkt deren Einsatz während der Unterrichtszeit deutlich ein – mit negativen Auswirkungen insbesondere auf die Inklusion und die enge Zusammenarbeit mit den Lehrkräften. Dies geht einher mit einer Verdichtung der Arbeit am Nachmittag.

GTS-Schulen ohne externen Kooperationspartner überlegen jetzt, auf externe Kooperationspartner zu setzen. Im Falle einer Umstellung werden die an der Schule angestellten Erzieher:innen an neue Schulen versetzt. Ist dies nicht möglich, drohen Arbeitsplatzverluste und unfreiwillige Arbeitszeitreduzierungen.

Was kann der Schulpersonalrat konkret tun, um Erzieher:innen zu unterstützen?

Als Schulpersonalrat hast du verschiedene Möglichkeiten, um deine Erzieherkolleg:innen in der aktuellen Situation zu unterstützen und ihre Interessen wirksam zu vertreten.

Die Stärkung multiprofessioneller Teams sollte im Fokus stehen. Der Personalrat kann sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung dieser Strukturen einsetzen und deren Bedeutung gegenüber der Dienststelle betonen. Rückmeldungen aus dem Kollegium sollten gesammelt und konkrete Bedarfe sowie Probleme in die Gespräche mit der Schulleitung und der Behörde eingebracht werden.

Hier einige Handlungsoptionen, die sich aus den gesetzlichen Mitbestimmungsrechten ergeben:

  • Frühzeitige und umfassende Beteiligung des Personalrats bei allen geplanten Umstrukturierungen einfordern – insbesondere bei der Neuzuteilung von Ressourcen
  • Auf Mitbestimmung bei der Aufstellung von Dienstplänen und bei der Festlegung von Grundsätzen für die Arbeitszeitgestaltung bestehen, vor allem dann, wenn kurzfristige oder unregelmäßige Dienstzeiten eingeführt werden sollen
  • Aufstellung eines Sozialplans, um wirtschaftliche Nachteile für Erzieher:innen abzufedern – etwa bei Arbeitszeitreduzierungen, Versetzungen oder drohendem Arbeitsplatzverlust). Die Verhandlungen hierzu sollten aktiv begleitet werden.
  • Geplante Versetzungen, Abordnungen oder Zuweisungen für mehr als sechs Monate sorgfältig prüfen und das Mitbestimmungsrecht ausüben.
  • Beabsichtigte Kündigungen oder Beendigungen von Arbeitsverhältnissen kritisch prüfen und begründen lassen. Bedenken fristgerecht und schriftlich gegenüber der Dienststelle äußern. Hier ist wichtig zu prüfen, ob ein Kriterienkatalog für Umsetzungen und Kündigungen vorhanden ist und ob dieser im Rahmen der Mitbestimmung abgestimmt wurde.

Transparenz und Information sind weitere wichtige Bausteine: Die Erzieher:innen sollten regelmäßig über den Stand der Entwicklungen, ihre Rechte und die Möglichkeiten des Personalrats informiert werden. Zudem ist es hilfreich, individuelle Beratung und Unterstützung anzubieten, beispielsweise bei Unsicherheiten zu Arbeitszeit, Versetzung oder drohender Arbeitsverdichtung.

Nutzt Netzwerke! Der Austausch mit anderen Schulpersonalräten kann helfen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam stärker aufzutreten. Bei Bedarf sollte auch der Gesamtpersonalrat (GPR) oder die Gewerkschaft hinzugezogen werden, um Unterstützung beziehungsweise rechtliche Beratung zu erhalten.

Die geplanten Änderungen im Ganztag stoßen auf breite Kritik und werfen zahlreiche Fragen auf. Die Auswirkungen auf die pädagogische Arbeit, die personelle Ausstattung und die Arbeitsbedingungen sind erheblich. Nutz deine Mitbestimmungsrechte konsequent, fordere Transparenz und Beteiligung ein und setz dich aktiv für faire und sozialverträgliche Lösungen ein.

Dreifach-Wumms der Grausamkeit

Der Hamburger Senat und die BSFB präsentieren unmittelbar vor den Sommerferien ein Gruselkabinett an „bitteren Pillen“ (https://taz.de/Rot-gruene-Haushaltsplaene/!6190131/), das trotz mehrtägiger Haushaltsklausur nicht zu Ende gedacht ist. Der Gesamtpersonalrat wird sich nach dem Sommer ausführlich damit befassen, möchte den Beschäftigten aber noch vor Eintritt in die Ferien zu den geplanten Änderungen eine Einordnung geben.

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Resolution zur geplanten Schließung PASen

Anlässlich der von der Dienststelle geplanten Schließung der sog. Praxisausbildungsstätten (PAS) hat der Gesamtpersonalrat am 24.3.2026 die betroffenen Beschäftigten zu einer Teilpersonalversammlung eingeladen.

Diese Teilpersonalversammlung hat einstimmig folgende Resolution beschlossen:

Keine voreiligen Schließungen – Moratorium jetzt

Die Teilpersonalversammlung der PASen vom 24.3.2026 stellt folgende Forderungen:

  1. Einen sofortigen Schließungsstopp bis zum Abschluss einer unabhängigen Evaluation
  2. Die Einsetzung einer externen fachwissenschaftlichen Begutachtung unter Einbeziehung von Fachschulen, Praxisvertreter:innen und Schulaufsicht
  3. Die Prüfung alternativer Modelle zum Erhalt der PASen-Struktur (z. B. Modernisierung, Kooperationsmodelle, schrittweise Weiterentwicklung)

Die Praxisausbildungsstätten sind kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Fachschulen für Sozialpädagogik. Seit Jahrzehnten wird dort wichtige pädagogische Arbeit geleistet, welche auf vielfältige weise mit der sozialpädagogischen Ausbildung an den Fachschulen verknüpft ist. Bevor eine endgültige Schließung erfolgt, sollte eine ergebnisoffene Prüfung bezüglich der Notwendigkeit und möglicher Alternativen erfolgen.

Die bisherige behördeninterne Prüfung ist dafür nicht ausreichend. Die Kolleg:innen vor Ort in den FSPen und PASen als auch ihre Interessenvertretungen sollten an diesem Prozess angemessen beteiligt sein. Insbesondere sollte auch eine fachwissenschaftliche Expertise genutzt werden, bevor eine voreilige Schließung erfolgt.

Bis zum Abschluss dieser Evaluation sollten die Pläne und Maßnahmen zur Schließung ruhen. Zunächst sollten alle Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden, um die gute Arbeit an den PASen weiterführen zu können.

Endlich Zeit für echte Zeit – Initiative des GPR zur Arbeitszeiterfassung

Liebe Kolleg:innen ,

der Gesamtpersonalrat (GPR) hat Anfang Februar 2026 einen Initiativantrag zur Ausgestaltung der Erfassung der Arbeitszeit von allen Beschäftigten an Schulen bei der BSFB gestellt.

Die Erfassung der Arbeitszeit ist aus Arbeits- und Gesundheitsschutzgründen erforderlich, um die Arbeitszeit von den erforderlichen Pausen- und gesetzlichen Ruhezeiten abgrenzen zu können. Es geht bei der Arbeitszeiterfassung also nicht, wie einige Beschäftigte befürchten, um eine Verhaltens- oder Leistungskontrolle, sondern um eine Maßnahme zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG § 3, Absatz 2).

Mit dem gestellten Initiativantrag schlägt der GPR auch die Ausgestaltung eines zeitnahen Prozesses zur Einführung der Arbeitszeiterfassung an Schulen vor. Die BSFB hat nun ca. zwei Monate Zeit, zustimmend oder ablehnend zu reagieren.

Selbstverständlich will der GPR eine Arbeitszeiterfassung für alle Beschäftigten, jedoch hat der Hamburger Senat bisher die Position vertreten, die Arbeitszeit von Lehrkräften sei in weiten Teilen nicht exakt messbar. Und auch die Kultusministerkonferenz hat zwei Mal den Versuch unternommen, sich vom Arbeitsministerium eine Ausnahme von der allgemeinen Pflicht zur Erfassung der Arbeitszeit von Lehrkräften bescheinigen zu lassen. Das wurde jedes Mal abgelehnt mit der Begründung, dass auch die Arbeitszeit von Lehrkräften grundsätzlich erfassbar ist. Auch in der freien Wirtschaft ist Vertrauensarbeitszeit, also Tätigkeiten, die nicht in Präsenz am Arbeitsplatz stattfinden, verbreitet. Diese Arbeitszeit wird dort jedoch selbstverständlich erfasst. Auch die Vertrauensarbeitszeit von Lehrkräften stellt also keinen Hinderungsgrund für die Erfassbarkeit der Arbeitszeit dar.

Außerdem hat der unlängst veröffentlichte Ergebnisbericht der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Georg-August-Universität Göttingen zur Arbeitszeit und -belastung von Lehrkräften an Hamburger Schulen  (Arbeitszeit und Arbeitsbelastung Hamburger Lehrkräfte 2024 – Kooperationstelle Göttingen) verdeutlicht, dass die Höchstarbeitszeit (nach EU-Arbeitszeitrichtlinie, ArbZG und HmbBG) von 48 Stunden pro Woche für Vollzeitlehrkräfte an Stadtteilschulen und Gymnasien (s. Abbildung 28, S. 111) und für Lehrkräfte mit Schulleitungsaufgaben (s. S. 135 ff) vielfach nicht eingehalten wird. Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers erfordert, dieser Gesundheitsgefährdung zu begegnen. Es bedarf eines geeigneten Instruments, solche Arbeitszeit-Verstöße auch sichtbar zu machen. Daher ist die Einführung einer Arbeitszeiterfassung für Beschäftigte an Schulen aus Sicht des GPR zwingend geboten.

Ziel des Initiativantrages ist es, die Ausgestaltung mitzubestimmen, so dass ein objektives, verlässliches und zugängliches System eingeführt wird, mit dem die von einem jeden Beschäftigten an Hamburger Schulen geleistete tägliche Arbeitszeit gemessen werden kann.

In seinem Antrag an der Ausgestaltung mitzubestimmen hat der GPR dafür gegenüber der BSFB folgende Grundsätze formuliert: Die Arbeitszeiterfassung muss

  • rechtskonform sein (gemäß ArbZG, ArbSchG, BAG-Beschluss 2022, DSGVO, …),
  • objektiv, vollständig und verlässlich dokumentieren,
  • niedrigschwellig, nutzerfreundlich und digital umsetzbar sein,
  • transparente Auswertung und Rückmeldung an die Beschäftigten ermöglichen,
  • frei von individualisierter Verhaltens- und Leistungskontrolle sein,
  • dem Gesundheitsschutz dienen,
  • auf alle berufsbezogenen, schulischen Tätigkeiten der verschiedenen Beschäftigtengruppen anwendbar sein (u. a. Unterricht, Konferenzen, Vor- und Nachbereitung, außerunterrichtliche Arbeit, digitale Kommunikation, Elterngespräche, schulische Gremienarbeit, Lernortkooperationen, Projektarbeit, Verwaltungstätigkeit, Schulleitungstätigkeit, Netzwerk- und Gemeinwesenarbeit).

Der GPR erwartet von der Behördenleitung (= Arbeitgeber!) eine geeignete technische und organisatorische Ausgestaltung der Arbeitszeiterfassung für Beschäftigte an Hamburger Schulen, die den oben genannten Grundsätzen entspricht und wird dieses Ziel mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verfolgen.

Alter Wein im neuen Schlauch – jetzt für alle mit Apfel-Logo

Zum Jahreswechsel tauscht die BSFB die sogenannten Lehrkräfteendgeräte aus. Neu ist vor allem eines: Statt Microsoft Surface gibt es nun ausschließlich iPads. Fortschritt? Nun ja. Der GPR begrüßt frische Hardware (diese war ja auch notwendig geworden, weil die alte sich nicht mehr aktualisieren ließ) – stellt aber fest, dass sich am altbekannten Grundproblem exakt nichts geändert hat: viele Geräte, wenig Konzept, null Klärung.

Ein Blick zurück nach vorn
Schon in der Corona-Zeit wurden im Eilverfahren Tablets aus dem Digitalpakt 1 beschafft. Ohne Plan. Ohne Definition von Aufgaben. Ohne Klarheit darüber, wofür diese Geräte überhaupt taugen oder was man zusätzlich gebraucht hätte. Aktionismus ersetzt bis heute Strategie.

Der GPR reagierte damals pragmatisch und schloss 2021 mit der BSB eine Prozessvereinbarung: Nutzung nur freiwillig. Eine echte Dienstvereinbarung 2025? Fehlanzeige. Voraussetzung wäre eine Gefährdungsbeurteilung gewesen – die die Behörde bis heute schuldig bleibt. Kontinuität ad absurdum.

Was gilt also jetzt? Dasselbe wie damals
Auch beim aktuellen Gerätetausch bleibt alles beim Alten.

  • Die Tablets dürfen keinesfalls zur Verhaltens- oder Leistungskontrolle verwendet werden. Überwachungsfunktionen sind tabu.
  • Ortung? Einmal bei der Erstanmeldung – und danach nur bei Diebstahl oder Verlust. Nicht aus Neugier.
  • Apps? Müssen vorher festgelegt werden. Datenschutzkonform, lizenziert und verantwortet durch die Schulleitung. Improvisation ist keine IT-Strategie.
  • Datenschutzkonform geht derzeit nur eins: ausschließlich dienstliche Nutzung. Private Apple-IDs? Private Apps? Nein. Auch keine „technisch saubere Trennung“, die im Schulalltag dann doch niemand sauber einhält.
  • Ob gelegentliches privates Surfen oder Mailen toleriert wird, darf irgendwann später verhandelt werden. Willkommen in der Warteschleife.

Zentrale Wartung bleibt Pflicht – schließlich sollen die Geräte nicht nur verteilt, sondern auch betreut werden.

Eine datenschutzrechtliche Gesamtprüfung wurde zwar vereinbart, liegt aber – Überraschung – noch in der Zukunft. Daten sollen in schulischen Clouds liegen. Sollte hierbei nicht auf die dienstlich bereitgestellten Dateiablagen von eduPort (jetzt IServ)/WiBeS (Wissensmanagement der Berufsbildenden Schulen in Hamburg) zurückgegriffen werden, welche durch übergeordnete Dienstvereinbarungen (DV) mitbestimmt sind, muss eine schulinterne DV die Nutzung der Clouds im Detail regeln. Datenschutz, Ausschluss von Kontrolle, praktikable Nutzung: alles bitte geregelt, bevor die Kollegien sich strafbar machen.

Alte Dienst- und Prozessvereinbarungen gelten weiterhin. Neue verbindliche Nutzungsvorgaben der Endgeräte gibt es nicht. Heißt: Schulen dürfen weiterhin nicht festlegen, was Kolleg:innen zwingend mit den Geräten zu erledigen haben, da eine geregelte Einführung dieser Geräte noch nicht stattgefunden hat. Wenn z. B. eine lokale DV zur regelhaften Nutzung von IServ gemacht wird, kann diese im Moment nicht festlegen, dass für diese Nutzung die Diensttabletts genutzt werden müssen.

Gerät da – Verpflichtung nein.

Hardware ohne Zubehör ist Symbolpolitik
Dienstliche Endgeräte sind ein überfälliger erster Schritt. Aber ein einzelnes Tablet ersetzt keinen Arbeitsplatz. Der GPR fordert weiterhin völlig zu Recht: Eingabestift, Maus, Tastatur, Monitoradapter, externer Speicher und Arbeitsplätze. Alles andere ist ergonomischer Blindflug.

Die ausstehende Gefährdungsbeurteilung wird zudem zeigen, was längst klar ist: Ohne vernünftige Arbeitsplätze nach Arbeitsstättenverordnung, Shared Desks und Dockingstations bleibt Digitalisierung ein Rücken- und Augenproblem. Dienstlaptops mit ausreichend großem Bildschirm für ernsthafte Arbeit wie Unterrichtsvorbereitung sollten selbstverständlich sein – sind es aber noch nicht.

Fazit
Neue Tablets, alte Versäumnisse. Solange Konzepte, Vereinbarungen und Gesundheitsvorsorge hinterherhinken, bleibt der iPad-Tausch genau das, was er ist: alter Wein im neuen Schlauch.

Die langen Diskussionen mit der Dienststelle zeigen aber langsam Wirkung. Auch in der BSFB wird inzwischen anders auf die Endgeräte geschaut. Im letzten Jahr gab es Workshops mit verschiedenen Kolleg:innen, um zu prüfen, welche Dienstgeräte wirklich notwendig sind. Dieser Prozess muss jetzt fortgesetzt werden. Die jetzt entstandenen Kosten durch die notwendige Erneuerung der alten Geräte dürfen keine Ausrede sein, den begonnenen Prozess der Klärung und Anschaffung der wirklich notwendigen digitalen Endgeräte zu verlangsamen.

Nur wenn Geräte und Software angeschafft sind, mit denen die Kolleg:innen im Rahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes und datenschutzkonform arbeiten können, können auch verbindliche Regelungen zur Nutzung grundsätzlich eingeführt werden.

Der GPR bleibt dran.

Erholung muss sein: Urlaub und Arbeit während der Ferien für Angestellte der Schulverwaltung

Liebe Kolleg:innen aus der Schulverwaltung,

in den vergangenen Wochen haben uns vermehrt Anfragen zum Thema Urlaub und Ferien erreicht. Aus diesem Grund möchten wir euch an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Infos zusammenstellen.

Für alle Angestellten der Schulverwaltung gilt der Tarifvertrag der Länder (TV-L). Dies bedeutet, dass ihr 30 Tage Urlaub habt, wenn ihr 5 Tage pro Woche arbeiten solltet. Bei Teilzeit evtl. weniger. Pro Arbeitstag pro Woche stehen euch 0,5 Urlaubstage pro Monat zu.

Rechenbeispiel: Das heißt bei einer Drei-Tage-Woche 3 Tage / Woche x 0,5 Tage / Monat = 1,5 Tage pro Monat Urlaubsanspruch. Aufs Jahr gerechnet sind dies 1,5 Tage / Monat x 12 Monate / Jahr = 18 Tage / Jahr, dies entspricht 6 Wochen mit je 3 Arbeitstagen. Maßgeblich sind die Arbeitstage pro Woche und nicht die Stunden pro Arbeitstag.

Spätestens im November des vorangehenden Kalenderjahres sollte von allen Verwaltungsangestellten ein Urlaubsplan erstellt werden, in den ihr die euch zustehenden Tage verplant und eintragt. Stimmt euch untereinander ab. Jeder muss für sich einen Urlaubsantrag stellen. Dieser ist der Schul- oder Verwaltungsleitung zur Unterschrift vorzulegen. Sobald dieser genehmigt ist, könnt ihr euren Urlaub buchen. Der Schulpersonalrat (SPR) erhält diesen zur Mitbestimmung. Nur genehmigte Urlaubstage können nachgeholt werden, falls ihr im Urlaub erkranken solltet. Hierfür ist immer ein Attest ab dem ersten Tag nötig.

Grundsätzlich dürft ihr euren Urlaub planen, wie ihr möchtet. Ihr seid nicht wie die Lehrkräfte an die Ferienzeiten gebunden. Die Schulleitung hat allerdings die Möglichkeit Urlaubsanträge abzulehnen. Dies ist nur möglich, wenn dringende dienstliche Belange dagegensprechen, z. B. während der Anmeldezeit. Hier ist der SPR nach §87 Hamburger Personalvertretungsgesetz (HmbPersVG) in der Mitbestimmung. Solltet ihr der Meinung sein, dass die Ablehnung nicht gerechtfertigt ist, holt euch hier Unterstützung.

Für alle Feiertage sowie den 24.12. und 31.12. eines Jahres müssen keine Urlaubstage eingesetzt werden. Nach § 6 Abs. 3 TV-L handelt es sich um so genannte arbeitsfreie Tage unter Fortzahlung des Entgelts.

Viele Schulen haben Vereinbarungen, wonach Zeiten für die Ferien vorgearbeitet werden sollen. Dadurch erhöht sich die wöchentliche Arbeitszeit zum Teil deutlich. Wenn ihr dies nicht möchtet, kann euch niemand dazu zwingen. Natürlich könnt ihr auch während der Ferien arbeiten, was manches Mal auch Sinn ergibt, um liegengebliebene Dinge aufzuarbeiten oder konzentriert ohne laufende Unterbrechungen z. B. die GBS/GTS Anträge eingeben zu können. Dass in diesen Zeiten evtl. kein Leitungsteam vor Ort ist, spielt dabei keine Rolle.

Mehrarbeits- und Überstunden sollen grundsätzlich vermieden werden und sind immer vorab schriftlich anzuordnen. Durch Abendveranstaltungen wie die Schulkonferenz oder aber auch Zeiten am Nachmittag, z. B. die Vorstellung der Viereinhalbjährigen, lassen sich diese nicht immer vermeiden. Sie sollten aber immer zeitnah wieder abgebaut werden, z. B. an einem anderen Arbeitstag der Woche oder während der nächsten Ferien. Solltet ihr samstags nach 13 Uhr eingesetzt werden, steht euch ein Zuschlag von 20 % zu. Auch für angeordnete Überstunden gibt es Zuschläge.

Die Arbeitszeiten der Sekretariate wurden in einem B-Brief von Herrn Rosenboom am 29.07.2013 thematisiert. Auch wenn dies schon lange her ist, sind die Aussagen nach wie vor gültig. Ihr findet diesen auf unserer Homepage unter: Gesamtpersonalrat | für das Personal an staatlichen Schulen unter dem Reiter Dokumente. Wir hoffen, diese Infos sind hilfreich für euch.

GPR-Info Nr. 4 – September 2025

Liebe Kolleg:innen,

mit dieser gedruckten Ausgabe unseres GPR–Infos
möchten wir euch wie bisher einen kompakten
Überblick über aktuelle und wichtige Themen rund
um euren Arbeitsalltag an Schulen bieten. Einige
der hier abgedruckten Artikel wurden bereits online
auf der GPR–Homepage https://gpr.hamburg.de
veröffentlicht. Wie wir euch bereits mitgeteilt haben,
findet ihr dort nun regelmäßig aktuelle Beiträge mit
wichtigen Infos und Links, noch vor der Veröffentlichung
im gedruckten GPR–Info. Schaut also gerne
immer mal wieder dort vorbei.

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